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STARTSEITE FUTURE.MONITOR - Was bringt die Zukunft?

 
   
 

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Bildung Erwerbstätigkeit Migration Gesundheit


Wozu der future.monitor?

Kindheit, Lebensmitte, Alter – das sind im Wesentlichen die drei Stationen unseres Lebens. In der Kindheit und im Alter sind wir von den Menschen abhängig, die in der Mitte ihres Lebens stehen und erwerbstätig sind: Sie erbringen die für unseren Wohlstand nötige Wirtschaftsleistung und finanzieren mit ihren Steuern und Beiträgen den modernen Sozialstaat.


Die Zahl der Geburten geht allerdings in ganz Europa seit Jahren zurück, gleichzeitig steigt die Zahl der Älteren. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird die Versorgungslast für die Jungen und die Alten auf die Schultern von immer weniger Erwerbstätigen verteilt.


Kann das gut gehen? Können künftig auch weniger Erwerbstätige die Wirtschaftsleistung erbringen, die notwendig ist, um den Wohlstand zu erhalten und den Sozialstaat zu finanzieren? Das ist die zentrale Frage, der wir mit dem future.monitor nachgehen. Eine erste Antwort lautet: Nicht die Bevölkerungsentwicklung ist gefährlich. Gefährlich wäre es, sie zu ignorieren. Denn die Zeit läuft, und handeln müssen wir jetzt. Was zu tun ist, zeigt der future.monitor. Dabei drehen wir an Stellschrauben in drei Themenbereichen: Bildung, Erwerbstätigkeit und Migration.



Themenbereich Bildung

Können auch weniger Menschen künftig Wohlstand und Sozialstaat erhalten? Theoretisch: Ja. Eine Volkswirtschaft kann auch mit weniger Beschäftigten immer reicher werden. Es kommt nicht darauf an, wie viele Menschen arbeiten, sondern wie produktiv sie sind. Die wenigen Produktiven müssen allerdings besonders gut ausgebildet sein, denn ab dem Jahr 2020 stammt die Produktivität praktisch nur mehr aus Forschung, Innovation und technischem Fortschritt.


Bildung ist im Zusammenhang mit Bevölkerungsprognosen in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Vor allem hat die Bildungsstruktur der Bevölkerung Einfluss auf abgeleitete Faktoren wie Arbeitsmarktverhalten, Produktivität oder Pflegebedarf. Mit anderen Worten: Je höher die Bildung, umso seltener sind Personen arbeitslos, umso produktiver und umso gesünder sind sie in der Regel. Was im Bereich Bildung getan werden muss, um den demographischen Wandel zu bewältigen, zeigt – neben den Simulationen auf dieser Website – auch nebenstehende Grafik: Bleibt die Verteilung der Absolventen von Pflichtschulen, Lehren und berufsbildenden Mittelschulen, höheren Schulen und Universitäten auf dem heutigen Stand, dann erhöht sich die Zahl der Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen im Laufe der Jahre praktisch nicht (violette Linie – konstantes Szenario).


In Österreich ist das Bildungsniveau schon in den vergangenen dreißig Jahren ständig gestiegen. Selbst wenn es gelingt, diesen Trend beizubehalten, sieht es kaum besser aus als im konstanten Szenario: Im Trendszenario (rote Linie) gibt es zwar mehr Menschen, die eine höhere Schule abgeschlossen haben, und weniger, die nur einen Pflichtschulabschluss aufweisen können. Die Zahl der tertiär Ausgebildeten nimmt aber kaum zu. Deutlich verändern sich die Bildungsabschlüsse erst, wenn es gelingt, dass in Österreich so wie in Finnland über 80 Prozent der 30- bis 34-Jährigen einen Abschluss einer AHS, BHS, Universität, Fachhochschule oder Hochschule erlangen (grüne Linie – Finnisches Szenario).



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Themenbereich Erwerbstätigkeit

Erwerbstätige tragen die sozialen Sicherungssysteme mit ihren Steuern und Abgaben. In Österreich sind derzeit 80 Prozent der Männer und 65 Prozent der Frauen zwischen 15 und 64 Jahren erwerbstätig. Bei einem gesetzlichen Pensionsantrittsalter von 65 Jahren (Männer) und 60 Jahren (Frauen) gehen Männer im Schnitt effektiv mit 59,1 Jahren und Frauen mit 57,1 Jahren in Pension. 4,2 Millionen Nicht-Aktiven stehen 4,1 Millionen Aktive gegenüber.


Wir interessieren uns für die Frage, wie sich dieses Verhältnis verschiebt, wenn die Anzahl der Erwerbstätigen über 15 Jahren sich ändert. Bleiben die Erwerbsquoten auf dem heutigen Stand, so sinkt die Anzahl der Erwerbstätigen dramatisch (violette Linie – konstantes Szenario). Im Jahr 2051 schließlich stünden 5,1 Millionen Nicht-Erwerbspersonen nur mehr 3,7 Millionen Aktive gegenüber. Das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Nicht-Erwerbstätigen ließe sich bereits verbessern, wenn mehr Frauen berufstätig wären. 2031 stünden 4,7 Millionen Nicht-Erwerbstätige 4,1 Millionen Aktive gegenüber. Bis zum Jahr 2051 würde sich an diesen Zahlen nichts ändern (rote Linie – Frauen = Männer).


Ebenfalls positive Effekte hätte eine Anhebung des effektiven Pensionsantrittsalters um 5 Jahre (grüne Linie – Pensionsalter +5). Wegen der ständig steigenden Lebenserwartung würden wir trotzdem nicht weniger Zeit in Pension verbringen. Am deutlichsten schließlich verbessert sich das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Nicht-Erwerbstätigen, wenn man zwei Maßnahmen kombiniert: Bei einer Angleichung der Frauenerwerbsquote an jene der Männer plus einer Anhebung des effektiven Pensionsantrittsalters um 5 Jahre (blaue Linie – Frauen = Männer UND Penaionsalter +5). Die Zahl der Aktiven würde dabei von 4,2 Millionen heute auf 4,4 Millionen im Jahr 2031 und sogar 4,6 Millionen im Jahr 2051 steigen. Denselben Effekt hätte eine Anhebung des effektiven Pensionsantrittsalters um zehn Jahre (gelbe Linie, Pensionsalter +10).



Erwerb01

Letztendlich ist es allerdings nicht die absolute Zahl an Erwerbspersonen, die interessiert, sondern das Verhältnis von Nicht-Aktiven zu Aktiven, da sich damit die wirtschaftliche Anhängigkeit näherungsweise quantifizieren lässt („economic dependency“). Die folgende Abbildung verdeutlicht, dass nur eine Erhöhung des Pensionsalters um 10 Jahre oder das Kombinationsszenario (Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit und Anhebung des Pensionsalters um 5 Jahre) zu einem Verhältnis führt, dass dauerhaft zu keinem Anstieg des Abhängigkeitsquotienten über das heutige Level führt.



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Themenbereich Migration

Zuwanderung ist eine Möglichkeit, um die Anzahl der Erwerbstätigen zu erhöhen, die mit ihren Steuern und Beiträgen die sozialen Sicherungssysteme tragen. Die Statistik Austria nimmt an, dass sich der Wanderungssaldo – also die Zuzüge nach Österreich minus der Wegzüge – bis 2050 auf jährlich durchschnittlich 30.000 Personen belaufen wird. Momentan stammen 30 Prozent der ausländischen Staatsbürger in Österreich aus anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, knapp die Hälfte davon ist deutscher Herkunft.


Von Bedeutung ist aber nicht nur die Anzahl an Migranten, die nach Österreich ziehen, es sind vor allem auch ihre Fähigkeiten. Höhere Qualifikation bedeutet auch höhere Produktivität und geringere Arbeitslosigkeit. Um die Wirtschaftsleistung zu erhalten und damit die Finanzierung der Sozialsysteme sicherzustellen, wird also mehr qualifizierte Zuwanderung benötigt. Gerade Österreich nimmt aber im Vergleich zu anderen EU-Ländern bisher eher gering qualifizierte Migranten aus Drittstaaten auf. Nach Kriterien steuerbar ist die Zuwanderung nach Österreich nach dem Fall der Übergangsfristen auf dem Arbeitsmarkt (2011 für EU-Beitritts-Kandidaten des Jahres 2004 – Stichwort „Ost-Erweiterung“ – und 2014 für Rumänien und Bulgarien) nur mehr aus Drittstaaten.


Bleibt Österreich bei niedrig qualifizierter Zuwanderung, dann steigt zwar die Zahl der Menschen – aber nicht jene der besser gebildeten und damit produktiveren Personen (violette Linie – konstantes Szenario). Im future.monitor stellen wir auch die Frage, ob Österreich überhaupt Zuwanderung braucht (grüne Linie – Wanderungssaldo = null) und wie sich die demographische Zusammensetzung der Bevölkerung ändern würde, wenn vermehrt Zuwanderer mit höherer Bildung nach Österreich kommen würden (rote Linie – qualifizierter Zuzug). Dabei wird klar: Selbst unter der wenig wahrscheinlichen Annahme, dass alle Zuwanderer im erwerbsfähigen Alter aus Drittstaaten künftig zumindest über die Hochschulreife oder einen Universitätsabschluss verfügen, reicht qualifizierte Zuwanderung alleine nicht aus. Sie muss von einer Bildungs- und Qualifikationsoffensive begleitet sein – für Zuwanderer, die schon in Österreich sind, aber auch für die alteingesessene Bevölkerung.



Migration

Themenbereich Gesundheit

Der Zusammenhang zwischen Bildung und Gesundheit wird seit langem untersucht. Es besteht insgesamt kein Zweifel daran, dass sich mehr Bildung in vielerlei Hinsicht positiv auf die Gesundheit und auch die Langlebigkeit auswirkt, auch wenn die Kausalitäten im Einzelnen nicht immer ganz klar sind. Bisherige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass eine Vielzahl an Faktoren dazu führt, dass bessere Bildung im Allgemeinen mit einem besseren Gesundheitszustand einhergeht. Ganz wichtig dürften dabei schwer messbare Faktoren wie ein bewusster gewählter Lebensstil und eine längerfristig planende Perspektive sein.


Die folgenden Aussagen über den Gesundheitszustand der österreichischen Bevölkerung beruhen auf den Daten der Gesundheitsbefragung 2006/07. In ihr wurden 15.474 Personen in einer repräsentativen Umfrage befragt. Als beeinträchtigt gelten im Folgenden diejenigen Personen, die angaben, seit einem halben Jahr durch ein gesundheitliches Problem bei Tätigkeiten des normalen Alltagslebens stark eingeschränkt zu sein. Der Anteil derer, die eine Beeinträchtigung angeben, steigt mit dem Alter kontinuierlich an. Eine Differenzierung nach dem höchsten Bildungsabschluss zeigt, dass mehr Bildung durchwegs mit niedrigeren Anteilen an Beeinträchtigungen in jeder Altersgruppe einhergeht.


Kombiniert man die bildungsspezifischen Raten mit den zuvor berechneten Bildungsszenarien, dann lässt sich die Zahl der Personen schätzen, die zukünftig an einer dauerhaften Beeinträchtigung leiden werden. Die Zahlen in Abbildung 1 basieren auf der Annahme, dass die geschlechts-, alters- und bildungsspezifischen Raten in Zukunft auf dem heutigen Niveau bleiben. Zusätzlich zu den drei Bildungsszenarien wird auch der Verlauf für den Fall gezeigt, dass die Raten nur nach Alter und Geschlecht differenziert werden. Diese Art der Berechnung liegt normalerweise der Vorausschätzung der Personen mit einer Beeinträchtigung zu Grunde und führt zu wesentlich dramatischeren Prognosen.


Zwei Dinge zeigen sich. Erstens ergibt sich zwischen 2006 und 2051 unabhängig von der Definition ein Anstieg der absoluten Zahl der dauerhaft beeinträchtigten Personen. Zweitens liegen die Schätzungen, die die Bildungsstruktur berücksichtigen, durchwegs unter denen, die alleine nach Geschlecht und Alter differenzieren.


Die Bildungseffekte werden nach 2051 noch deutlicher zum Tragen kommen, da erst dann die Kohorten mit der besseren Bildungsstruktur vermehrt in die höheren Altersklassen kommen. In diesem Sinne kann Bildung auch als eine sehr langfristig wirksame Investition in die Gesundheit angesehen werden.


Die kontinuierlich steigende Lebenserwartung provoziert die Frage nach der Lebensqualität dieser „gewonnenen Jahre“. Die These von der Kompression der Morbidität geht davon aus, dass ältere Menschen trotz steigender Lebenserwartung länger von funktionalen Einschränkungen und chronischen Beeinträchtigungen verschont bleiben und deren Schwere gemildert wird. Basierend auf Studien zu dieser These werden im future.monitor die geschätzten Beeinträchtigungs-Raten alle zehn Jahre um ein, zwei und drei Jahre „nach hinten“ verschoben (es wird also entsprechend der Kompressionsthese der Trend angenommen, dass Beeinträchtigungen später einsetzen). Das bedeutet im Fall der Verschiebung um zwei Jahre zum Beispiel, dass die Raten der 70-74-Jährigen im Jahr 2031 denen der 65-69-Jährigen im Jahr 2006 entsprechen. Das zu Grunde liegende Bildungsszenario ist das konstante Szenario - die grüne Linie in der Abbildung 2 entspricht der grünen Linie in jener in der Abbildung 1.


Eine Verschiebung der Beeinträchtigungsraten nach hinten würde zu einem Rückgang der Zahl der beeinträchtigten Personen im Vergleich zur Annahme konstanter Raten (d. h. ohne Verschiebung) führen. Eine Verschiebung um zwei Jahre würde bis 2051 eine Zahl auf ungefähr heutigem Niveau bedeuten. Eine Verschiebung um drei Jahre hätte sogar einen Rückgang von 650.000 auf rund 500.000 Personen mit schweren Beeinträchtigungen zur Folge.



Gesundheit

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